Rohstoffe

NACHHALTIGE HOLZNUTZUNG SICHERSTELLEN

Durch die anhaltende Diskussion um politisch induzierte Nutzungsverbote in deutschen Wäldern befürchtet die Zellstoff- und Papierindustrie, dass der nachhaltige Rohstoff Holz zunehmend einen Engpass für unsere Betriebe darstellt. Gerade die nachhaltige Holznutzung in unseren heimischen Wäldern ist im Sinne des Klimaschutzes jedoch sehr sinnvoll. Deutschland benötigt deshalb ein entsprechendes Rohstoffkonzept. Dieses muss sicherstellen, dass die Holznutzung und der Natur- und Artenschutz miteinander in Einklang gebracht werden. Pauschale Nutzungsverbote und eine Ausweisung neuer Schutzgebiete rein aus ideologischen Gründen heraus darf es in der zukünftigen Waldstrategie sowie Biodiversitätsstrategie nicht mehr geben.

→ DIE PAPIERINDUSTRIE e. V. fordert die Politik auf, keine pauschalen Nutzungs­verbote in der Forstwirtschaft auszusprechen und in der künftigen Wald- sowie Biodiversitätsstrategie keine Ausweisung neuer Schutzgebiete aus rein ideologischen Gründen vorzunehmen.

WALDBAU – BEWÄHRTEN DREIKLANG BEIBEHALTEN

Durch extreme Witterungsereignisse und anschließenden Insektenkalamitäten in den vergangenen Jahren wurden große Waldflächen von ca. 285.000 Hektar geschädigt. Die Aufforstungen dieser Schadensflächen und der aktive Umbau zu klimastabileren Wäldern werden künftig die große Herausforderung der Forst- und Holzwirtschaft sein. Grundlage muss der bewährte ökologische, ökonomische sowie sozial-gesellschaftliche Anforderungsdreiklang an die Zukunftswälder sein. Stabile Mischwälder werden diesen Aspekten gerecht.

→ Aus Sicht des Verbandes DIE PAPIERINDUSTRIE muss auch künftig ein aus­reichender Nadelholzanteil berücksichtigt werden, da bei vielen Anwendungen (noch) nicht auf den Einsatz von Nadelholz verzichtet werden kann. Diese Aspekte müssen sich auch in der Bundeswaldstrategie 2050 wiederfinden.

FORSTSCHÄDEN-AUSGLEICHSGESETZ – HILFEN FÜR WALDBESITZER OHNE MARKTBESCHRÄNKENDE MAßNAHMEN

Zur Bewältigung der derzeitigen Waldschadenssituation werden finanzielle Hilfen und Förderprogramme für die Waldbesitzer durch die Zellstoff- und Papierindustrie ausdrücklich begrüßt. Dagegen werden marktbeschränkende Maßnahmen durch das Forstschädenausgleichsgesetz — wie derzeit pauschale flächendeckende Einschlagsreduktion bei Fichtenfrischholz — abgelehnt. Eine flächendeckende Einschlagsreduktion führt zu einer Unterversorgung insbesondere der Sägeindustrie und damit zu einem geringeren Angebot von den für die Zellstoff- und Papierindustrie wichtigen Sägenebenprodukten. Zudem sind viele Betriebe der Zellstoff- und Papierindustrie technisch auf Frischholz angewiesen.

→ Das über 30 Jahre alte Forstschädenausgleichsgesetz berücksichtigt nicht mehr die derzeitigen Herausforderungen der Forst- und Holzwirtschaft und ist zudem nicht EU-konform. Das Gesetz bedarf einer dringenden Überarbeitung.

WASSER - VERSORGUNG SICHERSTELLEN

Die Zellstoff- und Papierindustrie benötigt Wasser für die Produktion, als Kühl- und als Transportmittel. Im ureigensten Interesse gehen die Unternehmen mit dieser sensiblen Ressource sehr verantwortungsvoll um. So hat die Papierindustrie in den letzten Jahrzehnten ihren Wasserverbrauch um 80 Prozent reduziert. Das Brauchwasser wird gereinigt und wieder der Umwelt zugeführt.

Klimawandel und Naturschutz führen für die zum Teil bereits seit Jahrhunderten an ihren Standorten ansässigen Firmen zu immer schärferen Einschränkungen beispielsweise bei Wasserentnahmemengen oder zulässigen Temperaturen. Wasserrechte werden verstärkt nur noch für sehr kurze Zeiträume befristet erteilt. Um das europäisch vorgegebene Ziel eines guten Zustands der Gewässer bis 2027 zu erreichen, gilt ein Verschlechterungsverbot.

→ DIE PAPIERINDUSTRIE e. V. fordert die Politik auf:

→ Die industrielle Nutzung von Gewässern, insbesondere zu Kühlzwecken und zur direkten Verwendung im Rahmen der Produktion, muss auch bei Wasser­knappheit unter wirtschaftlich akzeptablen Voraussetzungen möglich sein. Die Industrie braucht kontinuierlich Wasser in guter Qualität und ausreichender Menge.

→ Es dürfen auch keine unverhältnismäßigen Anforderungen betreffend Einleit­temperaturen oder Wasserentnahmemengen gestellt werden.

→ Lang­wierige und komplizierte wasserrechtliche Genehmigungsverfahren mit ungewissem Ausgang müssen vermieden und stattdessen Planungs- und Investitionssicherheit gewährleistet werden. Wasserrechte müssen wieder für die früher üblichen, langen Zeiträume erteilt werden.

→ Zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit darf es keine über EU- oder Bundesrecht hinausgehende zusätzliche regionale Mehrbelastungen geben.

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