Papierfabriken sind aus technischen, wirtschaftlichen und prozessbedingten Gründen auf den durchgehenden Produktionsbetrieb (Durchfahrbetrieb) angewiesen. Daher arbeiten rund 50 Prozent der Tarifbeschäftigten der Papier- und Zellstoffindustrie mindestens im Drei-Schicht-Betrieb. In Zusammenarbeit mit dem ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft und der ChronoFair GmbH hat der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE (DPI) zusammen mit den Landesarbeitgeberverbänden der Papier- und Zellstoffindustrie für deren Mitgliedsunternehmen einen cloudbasierten Schichtmodellrechner entwickelt. Mit diesem innovativen DPI-Schichtmodellrechner können die Mitgliedsunternehmen der Landesarbeitgeberverbände erstmals unter anderem neue Schichtpläne erstellen, aktuelle Schichtpläne nach rechtlichen und arbeitswissenschaftlichen Kriterien auswerten sowie Schichtpläne für bestimmte Zeiträume auch ausdrucken lassen. Hier gelangen Sie zum Schichtplanrechner.
Die Arbeitswissenschaft befasst sich mit der Erforschung, Analyse und Optimierung von Arbeitsprozessen. Ziel ist es, Arbeitsabläufe effizienter, sicherer und ergonomischer zu gestalten.
Das Kompetenzfeld Arbeitswissenschaft des DPI ist Teil des Geschäftsbereichs Arbeitswelt und Arbeitsbeziehungen im Papierzentrum in Gernsbach. Es ist mit dem Verband Bayerischer Papierfabriken e. V. in München personell verknüpft.
Der DPI bietet mit seinem arbeitswissenschaftlichen Dienstleistungsangebot praxisbezogene Unterstützung in arbeitsorganisatorischen Fragen, die von den Mitgliedsunternehmen über ihren jeweiligen Landesarbeitgeberverband abgerufen werden können. Der DPI arbeitet dabei in einem starken arbeitswissenschaftlichen Netzwerk. Um jeweils die aktuellen Entwicklungen und neuesten Methoden für die Mitgliedsunternehmen nutzbar machen zu können, ist der DPI unter anderem Mitglied im ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, einem der renommierten Forschungsinstitutionen in den Disziplinen Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation.
Im Themengebiet Arbeitszeit- und Schichtplangestaltung werden die Mitgliedsunternehmen der Landesarbeitgeberverbände durch eine softwaregestützte Schichtplanerstellung, jeweils zugeschnitten auf die individuellen betrieblichen Anforderungen, unterstützt. Dabei wird auch die Praxistauglichkeit der Planvarianten unter Einbeziehung betrieblicher Vertretungsbedarfe für urlaubs- und krankheitsbedingte Ausfallzeiten bewertet. Zudem werden in Zusammenarbeit mit den Landesarbeitgeberverbänden die Mitgliedsunternehmen beraten, wie Arbeitszeitmodelle sowohl im Produktionsbetrieb als auch in indirekten Bereichen attraktiv und sowohl für die Beschäftigten als auch die Unternehmen flexibel gestaltet werden können.
Im Themengebiet Entgeltgestaltung werden die Mitgliedsunternehmen der Landesarbeitgeberverbände bei der Einführung leistungsorientierter Entgeltsysteme und der Auswahl geeigneter Kennzahlen unterstützt.
Wie arbeiten wir?
Das Kompetenzfeld Arbeitswissenschaft arbeitet eng mit den Mitgliedsunternehmen der Landesarbeitgeberverbände zusammen. Es setzt praktische Impulse und fördert den fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedsunternehmen.
Im DPI-Expertenteam Schichtarbeit arbeiten Expertinnen und Experten aus der betrieblichen Praxis und den Papierverbänden, um gemeinsam praxisgerechte Lösungen für die Mitgliedsunternehmen zu erarbeiten, insbesondere um zur weiteren Steigerung der Attraktivität der Papier- und Zellstoffindustrie beizutragen. Ein Ergebnis ist unter anderem das im April 2026 veröffentlichte DPI-Booklet „Attraktive Schichtarbeit – Best-Practice-Beispiele aus der Papier- und Zellstoffindustrie“.
Das DPI-Expertenteam Arbeitsschutz und Prävention setzt sich im Wesentlichen aus den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeberseite in den Gremien der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) zusammen. Das Expertenteam, das auch durch das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, die BG RCI sowie den Fachbereich Rohstoffe und chemische Industrie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt wird, beschäftigt sich unter anderem mit den für die Fachkräftesicherung in der Papier- und Zellstoffindustrie besonders wichtigen Fragen der Arbeitssicherheit, Prävention und Gesundheit.