DIE PAPIERINDUSTRIE kritisiert den seit dem 7. Juli 2026 geltenden Antragsstopp des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM). Für die mittelständisch geprägte Papier- und Zellstoffindustrie ist das ZIM ein wichtiges Instrument, um technologisch anspruchsvolle Ideen in marktfähige Innovationen zu überführen. Damit leistet das Programm einen unmittelbaren Beitrag zur Sicherung industrieller Wertschöpfung am Standort Deutschland.
Der Antragsstopp kommt zu einer Zeit, in der die Branche bereits erheblich unter Druck steht. Hohe Standortkosten, zunehmende Bürokratie, eine schwache Konjunktur und der wachsende internationale Wettbewerbsdruck belasten die Unternehmen. Gleichzeitig stehen sie vor der Aufgabe, ihre Produktionsverfahren effizienter und ressourcenschonender zu gestalten, neue Technologien für ihre industrielle Praxis nutzbar zu machen und dabei marktfähig zu bleiben. Unter diesen Bedingungen ist die Förderung von Innovationsprojekten kein Zusatzangebot, sondern Standortfaktor.
Auch über die Papier- und Zellstoffindustrie hinaus steht Deutschland vor der Herausforderung, seine Innovationsdynamik zu stärken. Die Zahl innovationsstarker Unternehmen geht zurück, während der Anteil innovationsschwacher Unternehmen zunimmt. Diese Entwicklung zeigt sich besonders bei transnationalen Patentanmeldungen, bei denen Deutschland im internationalen Vergleich zunehmend an Gewicht verliert. Nach den Erfahrungen bei der Digitalisierung darf sich diese Entwicklung bei Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz nicht wiederholen. Gerade der Mittelstand muss in die Lage versetzt werden, neue Technologien frühzeitig zu erproben, weiterzuentwickeln und in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen.
ZIM-Antragsstopp schnellstmöglich aufheben
Der Antragsstopp muss so schnell wie möglich beendet werden. Der hohe Mittelabfluss ist ein Beleg für den Innovationsbedarf im Mittelstand. Unternehmen, die in innovative Verfahren, Produkte und Anwendungen investieren wollen, dürfen nicht an geschlossenen Förderzugängen scheitern. Der Zugang zum ZIM muss deshalb schnellstmöglich wieder geöffnet werden.
Wiederöffnung verbindlich terminieren
Sollte eine sofortige Öffnung nicht erfolgen, braucht es umgehend einen verbindlichen Termin für die Wiederaufnahme der Antragstellung. Eine bloße Aussicht auf Anfang 2027 schafft keine Planungssicherheit. Unternehmen, die Projekte vorbereiten, Eigenmittel einplanen und Entwicklungsvorhaben anschieben, brauchen Klarheit.
ZIM im Bundeshaushalt 2027 auskömmlich ausstatten und Förderlücke schließen
Das ZIM muss im Bundeshaushalt 2027 ausreichend ausgestattet werden. Dabei darf die nun entstehende Förderlücke nicht ausgeblendet werden. Vorhaben, die während der Aussetzung nicht eingereicht werden konnten, dürfen ab 2027 nicht mit regulären Neuanträgen um dieselben knappen Mittel konkurrieren.
Finanzierung dauerhaft absichern
Die Finanzierung des ZIM muss langfristig verlässlich abgesichert werden. Dass das Programm nun bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren gestoppt wurde, beschädigt Vertrauen in die Verlässlichkeit der Politik. Ein zentrales Förderinstrument für den industriellen Mittelstand darf nicht regelmäßig an kurzfristigen Haushaltsengpässen scheitern.
DIE PAPIERINDUSTRIE appelliert an Bundesregierung und Parlament, aus dem erneuten Antragsstopp die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Wer Innovation und industrielle Wertschöpfung mit technologische Anschlussfähigkeit stärken will, muss das ZIM wieder öffnen, auskömmlich finanzieren und dauerhaft gegen weitere Unterbrechungen absichern.
Kontakt:
Christoph Baller
Leiter Public Affairs
DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.
Markgrafenstraße 19
10969 Berlin
T +49 172 2534552
c.baller(at)papierindustrie(dot)de
Frank Poppensieker
Leiter Technik und Normung
DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.
Markgrafenstraße 19
10969 Berlin
T +49 160 327 92 66
f.poppensieker@papierindustrie.de