Die Corona-Pandemie traf das Unternehmen hart. Von den rund 370 Beschäftigten fehlten zeitweise 25 Kolleginnen und Kollegen wegen Corona-Erkrankung oder Quarantäne. Durch Mehrstunden und Zusatzschichten für andere Belegschaftsmitglieder konnten die Fehlstände aber aufgefangen werden, so dass das Werk, das im kontinuierlichen Schichtbetrieb gefahren wird, nicht abgestellt werden musste.
Ein weiterer Unruheherd waren die Märkte. Strom- und Gaspreise stiegen um 500 Prozent und mehr im Jahresverlauf, das gab es noch nie. Auch Chemikalien, Transporte und Emissionsrechte wurden im Jahresverlauf teurer. Eine Sonderentwicklung gab es bei Holz, dessen Preise im 1. Halbjahr noch schwach waren, dann aber im 2. Halbjahr umso mehr zulegten. Bei einigen Gütern (v. a. Chemikalien) und Dienstleistungen (v. a. Transporten) trat sogar vorübergehend eine Knappheit ein. Auch die Preise für Zellstoff stiegen über weite Teile des Jahres an, bevor sie dann im November/Dezember 2021 wieder zurückgingen. Umso erstaunlicher ist es, dass es in diesem Umfeld gelang, einen neuen Produktionsrekord aufzustellen. Der bisherige Bestwert lag im Jahr 2013 bei 361.724 Tonnen Zellstoffproduktion, dieser Wert konnte um zwei Prozent im Jahr 2021 verbessert werden, und zwar auf 367.304 Tonnen.
In Kombination aus einer Verbesserung der Preise und Mengen stieg der Umsatz von 190,4 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 243,2 Millionen Euro 2021 an. Es herrschte das gesamte Jahr über eine starke Nachfrage im In- und Ausland. Die Kunden der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal sind Papierfabriken, die Schreib- und Druckpapiere aus dem Rosenthaler Zellstoff herstellen, ebenso wie Tissue-Fabriken, die im Wesentlichen Hygieneprodukte daraus erzeugen.
Die Investitionen in Erhalt und Entwicklung von Infrastruktur, Maschinen und Anlagen bewegten sich mit 14,3 Millionen Euro wieder im Rahmen der letzten Jahre. Hervorzuheben ist eine Investition zur weiteren Verbesserung der Luftimmissionen und zur Senkung des Wasserverbrauchs. Die neuen Anlagenteile im Wert von insgesamt 7,2 Millionen Euro wurden im letzten Jahr erfolgreich in Betrieb genommen.
Die Transporte zu den Kunden wurden wieder schwerpunktmäßig mit dem bevorzugten Verkehrsmittel Bahn realisiert. 299.724 Tonnen Zellstoff (82,5 Prozent) wurden mit der Bahn, nur 64.102 Tonnen mit dem LKW ausgeliefert. Rosenthal möchte gerne auch die hauptsächlich aus Süden kommenden Holzanlieferverkehre ins Werk auf die Schiene bringen; hier fehlen aber nach wie vor sechs Kilometer Gleis zwischen Marxgrün in Bayern und Blankenstein/Rosenthal am Rennsteig in Thüringen. Zwar wurde der Lückenschluss vom Bundesverkehrsministerium unter die wichtigsten 20 Lückenschlüsse aufgenommen, offenbar müssen aber vor der Maßnahme noch Gutachten angefertigt und sicher auch manche Widerstände überwunden werden. Damit müssen vorerst auch weiter etwa 300 LKW täglich Holz in Rosenthal anliefern.
Der Generationswechsel in Rosenthal ist noch im vollen Gang. Wieder trat ein geburtenstarker Jahrgang in den Ruhestand ein, zehn Kolleginnen und Kollegen wurden 2021 neu eingestellt. Die Gesamtzahl der Beschäftigten (ohne Auszubildende) lag am Jahresende 2021 bei 361. Zusätzlich befanden sich 19 Jugendliche in fünf Berufen in einer Ausbildung. Drei Auszubildende beendeten ihre Ausbildung als Industriekauffrau/-mann und Papiertechnologe erfolgreich und wurden in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Zwei Auszubildende wurden neu eingestellt.
Über uns
Das Hauptprodukt von Mercer Rosenthal ist NBSK Zellstoff, der Rohstoff für die Papier- und Tissueproduktion. Die meisten Kunden kommen aus Deutschland, und mehr als 85 % des Zellstoffs von Mercer Rosenthal werden mit der Bahn transportiert. Außerdem betreibt Mercer Rosenthal das größte Biomassekraftwerk Thüringens mit einer thermischen Leistung von 413 MW und einer elektrischen Leistung von 57 MW. Ein wichtiges biobasiertes Nebenprodukt der Zellstoffproduktion von Mercer Rosenthal ist Tallöl, das aus der bei der Produktion anfallenden Seife gewonnen wird.
Pressekontakt
Leonhard Nossol, Geschäftsführer
E-Mail: leonhard.nossol@mercerint.com
Tel.: +49 36642 8-2166
Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH
Hauptstraße 16
07366 Rosenthal am Rennsteig