Im Gespräch mit Geschäftsführer Leonhard Nossol und Vertretern des Betriebsrates von Mercer Rosenthal ging man auf die Frage ein, wie die Wirtschaft in Zeiten der Corona-Pandemie reagiert. Hierbei verlieh Leonhard Nossol seiner Hoffnung Ausdruck, dass es in Rosenthal auch weiterhin möglich sein werde, Kurzarbeit zu vermeiden. Für den DGB war außerdem von Interesse, wie fit die Wirtschaft für den Klimawandel und dessen Bekämpfung ist. Leonhard Nossol erklärte: „Im Bereich Umweltschutz geht mehr als wir jetzt schon tun; aber dies ist mit großen Belastungen verbunden, wofür entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen.“ Dabei ging er auch auf die Punkte Infrastruktur und Verkehr ein und betonte die Wichtigkeit der Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn für das Unternehmen und die Region. Allein durch die Verlegung vom Holztransport auf die Schiene können 13.000 t CO2 pro Jahr eingespart werden.
Weiteres Thema war das kollektive Vertragsrecht, zu dem Leonhard Nossol ausführte, dass das Zellstoffwerk tarifgebunden ist. Der Haustarifvertrag enthält eine Beschäftigungssicherungsklausel. Im Unternehmen wurden seit mehr als 20 Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen. Im Anschluss an das Gespräch, das im Museum „Rennsteig und Mee(h)r“ stattfand, luden die Vertreter des Betriebsrats und der Geschäftsführer zu einer Besichtigung der Zellstofffabrik ein. Jährlich werden hier etwa 360.000 Tonnen Zellstoff zur Weiterverarbeitung in Papierfabriken, hauptsächlich in Deutschland, produziert. Außerdem ist Mercer Rosenthal der größte Erzeuger von Bioenergie in Thüringen. Als Nebenprodukt fällt Tallöl an – ein zu hundert Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen hergestelltes Produkt.